Meta baut einen blinden Fleck in seiner eigenen Maschine auf.
Ab bald können Sie mit ihrem KI-Bot in WhatsApp oder der eigenständigen App chatten, ohne dass Meta einen Blick auf Ihre Daten wirft. Nicht einmal die Ingenieure dahinter werden den Text sehen. Der Rollout beginnt dieses Jahr Stück für Stück.
Konkurrenten haben ähnliche Tricks ausprobiert. Gemini von Google und ChatGPT von OpenAI bieten vorübergehende private Sitzungen an. Sie verschwinden nach Stunden. Aber das Unternehmen hat immer noch die Kontrolle, solange diese Chats bestehen. Meta behauptet hier eine dichtere Abdichtung. Ihr Modus löscht die Daten sofort. Die Verarbeitung erfolgt in einer sicheren Box, die niemand öffnen kann.
„Ihre Gespräche werden nicht gespeichert“, heißt es im Blogbeitrag.
Das Ziel ist Komfort. Vielleicht möchten Sie nach gesundheitlichen oder finanziellen Ängsten fragen. Persönliche Dinge. Heikle Fragen, die einem im Halse stecken bleiben, wenn man denkt, dass ein Unternehmens-Dashboard mitliest. Dennoch gilt eine Warnung. Werfen Sie Ihre tiefsten Geheimnisse nicht in irgendeine KI-Box. Inkognito bedeutet nicht unfehlbar. Systemfehler. Sie verstehen es falsch. Sie können auslaufen.
Die rechtliche Realität wird jedoch unklar. Was passiert, wenn ein Anwalt nach den Unterlagen fragt? Kann Meta diese verborgenen Fäden während eines Rechtsstreits ziehen? Wir haben das schon einmal erlebt. Fälle widerrechtlicher Todesfälle zwingen Technologiegiganten dazu, Chatprotokolle herauszugeben. Urheberrechtsklagen verlangen dasselbe. Ein Richter ordnete OpenAI einmal an, anonymisierte Benutzerdaten an die New York Times zu übergeben. Nur weil die Funktion für Sie „privat“ ist, heißt das nicht, dass sie für ein Gericht unsichtbar ist.
Ist absolute Privatsphäre auf einem Firmenserver überhaupt möglich? Wahrscheinlich nicht.
