Der plötzliche Zusammenbruch von Eric Swalwells politischen Ambitionen

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Die politische Laufbahn des Abgeordneten Eric Swalwell (D-CA) hat sich innerhalb weniger Tage von einem potenziellen Gouverneursamt zu einem Kampf um seinen Kongresssitz gewandelt. Nach einer Reihe schwerwiegender Vorwürfe wegen sexuellen Fehlverhaltens hat der kalifornische Demokrat seine Kampagne für das Amt des Gouverneurs ausgesetzt und damit ein Vakuum in einem der einflussreichsten Staatswahlen des Landes hinterlassen.

Die Vorwürfe und Swalwells Verteidigung

Die Kontroverse brach nach Berichten des San Francisco Chronicle und CNN aus, in denen Berichte mehrerer Frauen über Swalwells Verhalten detailliert beschrieben wurden.

Zu den Kernvorwürfen gehören:
Fehlverhalten gegenüber einer ehemaligen Mitarbeiterin: Eine namentlich nicht genannte ehemalige Mitarbeiterin behauptete, Swalwell habe sie kurz nach ihrer Einstellung im Alter von 21 Jahren wegen einer Affäre verfolgt, unter anderem durch das Versenden anstößiger Bilder über Snapchat. Die Mitarbeiterin behauptete außerdem, dass es in zwei Fällen zu sexuellen Übergriffen gekommen sei, als sie zu betrunken war, um zuzustimmen.
Unaufgeforderte Annäherungsversuche: Drei weitere Frauen berichteten, dass sie vom Kongressabgeordneten unaufgefordert sexuelle Annäherungsversuche erhalten hätten, darunter ein Bericht darüber, wie er eine betrunkene Frau in ein Hotelzimmer mitnahm.

Swalwell hat alle Vorwürfe eines nicht einvernehmlichen Verhaltens zurückgewiesen und die Behauptungen als „völlig falsch“ bezeichnet. Er hat angedeutet, dass der Zeitpunkt politisch motiviert sei und sich genau zu dem Zeitpunkt ereignete, als er als Spitzenkandidat bei den Gouverneursvorwahlen hervorging. Um den Schaden zu mindern, räumte er jedoch ein, dass er in Bezug auf sein Privatleben nicht näher bezeichnete „Fehlurteile“ begangen habe.

Eine schnelle politische Isolation

Die Geschwindigkeit, mit der sich das demokratische Establishment von Swalwell distanzierte, unterstreicht den Wunsch der Partei, den Skandal einzudämmen und eine breitere Ansteckung der Wahlen zu verhindern.

Die Folgen waren schnell:
Führungsdruck: Der Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, und die frühere Sprecherin Nancy Pelosi forderten öffentlich seinen Rückzug.
Verlust der Unterstützung: Senator Ruben Gallego, ein enger Verbündeter, zog zusammen mit mehreren großen Arbeitsorganisationen seine Unterstützung zurück.
Der „Stampede“-Effekt: Anstatt sich um ein Parteimitglied zu scharen, gingen die Führer der Demokraten schnell vor, um Swalwell zu isolieren, um das allgemeine Image der Partei vor der Wahl zu schützen.

Auswirkungen auf das Rennen um den Gouverneur von Kalifornien

Swalwell galt weithin als Spitzenkandidat in einem überfüllten und relativ fragmentierten Feld der Demokraten. Sein Abgang verändert die Landschaft der „Dschungel-Vorwahlen“ am 2. Juni grundlegend.

Nachdem Swalwell ausgeschieden ist, beginnt für das Rennen eine Phase der Neuausrichtung:
1. Das Vakuum: Dem Feld fehlt derzeit eine dominierende Figur. Tom Steyer, ein prominenter demokratischer Spender, führt derzeit eine Gruppe von Rivalen an, darunter die ehemalige Abgeordnete Katie Porter und den ehemaligen Bürgermeister von LA, Antonio Villaraigosa.
2. Das strategische Risiko: Kalifornien verwendet eine „Dschungel-Vorwahl“, bei der die beiden Erstplatzierten – unabhängig von der Partei – in die allgemeinen Wahlen einziehen. Für die Demokraten besteht die Gefahr, dass ein zersplittertes Feld es zwei Republikanern ermöglichen könnte, beide Spitzenplätze zu erobern.
3. Konsolidierung: Die Hauptfrage ist nun, ob sich das demokratische Feld schnell genug hinter einem einzigen Kandidaten konsolidieren kann, um eine Übernahme der Republikaner bei den Parlamentswahlen zu verhindern.

Der Kampf um seinen Kongresssitz

Abgesehen von der Gouverneurswahl steht Swalwell im Repräsentantenhaus vor einer ungewissen Zukunft. Die Republikaner drohen bereits mit der Einleitung eines Ausweisungsverfahrens.

Während für einen Ausschluss eine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist – eine hohe Hürde, die eine erfolgreiche Absetzung erschwert –, ist die politische Atmosphäre unbeständig. Es gibt immer mehr Hinweise auf ein parteiübergreifendes Verlangen nach Rechenschaftspflicht; Einige Abgeordnete beider Seiten haben ihre Bereitschaft signalisiert, die Parteigrenzen zu überschreiten und für den Ausschluss von Mitgliedern zu stimmen, denen schweres Fehlverhalten oder Korruption vorgeworfen werden.

Zusammenfassung: Eric Swalwells plötzlicher Ausstieg aus dem kalifornischen Gouverneursrennen hat einen Kampf um die Führung innerhalb der Demokratischen Partei ausgelöst und seine Zukunft im Kongress angesichts der immer lauter werdenden Rufe nach Ausschluss ins Wanken gebracht.