Wachsende Bedenken der Entwickler: Gen AI und Entlassungen plagen die Gaming-Branche

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Eine aktuelle Umfrage der Game Developers Conference (GDC) zeigt einen starken Anstieg des Entwicklerpessimismus hinsichtlich der Auswirkungen generativer KI auf Spiele. Mehr als die Hälfte (52 %) sieht Gen-KI mittlerweile als schädlich für die Branche an, ein deutlicher Gegensatz zu nur 7 %, die sie positiv sehen. Diese negative Stimmung hat dramatisch zugenommen: von 18 % im Jahr 2024 auf 30 % im Jahr 2025 und übersteigt nun die 50 %-Marke.

Die wachsende Skepsis gegenüber KI

Die GDC-Umfrage, die unter 2.300 Fachleuten der Spielebranche durchgeführt wurde, zeigt eine wachsende Kluft zwischen der Förderung von KI durch Unternehmen und den Erfahrungen derjenigen, die Spiele entwickeln. Während große Verlage die Vorteile der Gen-KI betonen, sind Entwickler zunehmend skeptisch.

Die Bevölkerungsgruppe der Umfrage – hauptsächlich Männer (64 %), Weiße (67 %) und US-Amerikaner (54 %) – repräsentiert nicht vollständig die globale Spieleentwickler-Community, wie die GDC selbst einräumt. Dennoch bieten die Ergebnisse wichtige Einblicke in die Wahrnehmung dieser Technologie durch arbeitende Entwickler.

Derzeit nutzen 36 % der Entwickler Gen-KI in ihren Rollen, hauptsächlich für Recherche, Brainstorming (81 %) und Verwaltungsaufgaben wie E-Mail (47 %). Ein kleinerer Teil gibt an, es für Prototyping (35 %), Debugging (22 %) oder Asset-Generierung (19 %) zu verwenden. Nur 5 % wenden Gen-KI auf Funktionen an, die Spieler direkt erleben, was auf Vorsicht oder eine begrenzte praktische Integration schließen lässt.

Entlassungen und Instabilität in der Branche

Neben KI-Bedenken zeigt die Umfrage eine anhaltende Welle von Entlassungen und Studioschließungen. 17 % der Befragten gaben an, im letzten Jahr entlassen worden zu sein, wobei 28 % innerhalb der letzten zwei Jahre einen Arbeitsplatzverlust erlitten hatten. Diese Instabilität schürt Unsicherheit: 23 % rechnen mit weiteren Entlassungen im nächsten Jahr, während 30 % weiterhin unsicher sind.

„Die meisten meiner Studenten werden keine Karriere in der Spieleentwicklung anstreben.“ – Anonymer Pädagoge, Michigan

Im Rahmen der Umfrage wurden auch Pädagogen und Studenten befragt, die diese düstere Sichtweise teilen. 60 % glauben, dass die Branchenbedingungen die Berufsaussichten neuer Absolventen beeinträchtigen werden. Dies spiegelt die wachsende Wahrnehmung wider, dass es immer schwieriger wird, in die Gaming-Branche einzudringen, selbst mit einer formalen Ausbildung.

Warum das wichtig ist

Diese Ergebnisse unterstreichen ein grundlegendes Spannungsverhältnis: Während einige Unternehmensführer KI als Produktivitätswerkzeug befürworten, sehen viele Entwickler darin eine weitere Kraft, die eine ohnehin prekäre Branche destabilisiert. Der schnelle Wandel hin zu KI, gepaart mit anhaltenden Entlassungen, wirft Fragen über die Zukunft der Arbeit in der Spieleentwicklung auf. Werden KI-Tools die Arbeitsplatzunsicherheit verschärfen oder werden sie die Arbeitsbedingungen wirklich verbessern? Die aktuelle Stimmung deutet darauf hin, dass die Antwort für viele in ersteres tendiert.

Die zunehmend negative Einstellung der Entwickler ist ein entscheidendes Warnsignal. Das Ignorieren dieser Stimmung birgt die Gefahr einer weiteren Entfremdung und eines Rückgangs der Innovation, da diejenigen mit den entsprechenden Fähigkeiten und Erfahrungen die Branche verlassen, um sich stabilere Chancen zu sichern. Die Umfrage unterstreicht die Notwendigkeit einer transparenteren und umfassenderen Diskussion über die Rolle von KI im Gaming, bei der das Wohlergehen der Entwickler neben den Unternehmensgewinnen Vorrang hat.