Google hat seine bisher größte Übernahme stillschweigend abgeschlossen und 32 Milliarden US-Dollar für das israelische Cybersicherheitsunternehmen Wiz ausgegeben. Während der Deal Googles bisherigen Rekord, den 12,5-Milliarden-Dollar-Kauf von Motorola Mobility im Jahr 2012, in den Schatten stellt, ist er für viele außerhalb der Technologiewelt unter dem Radar geflogen. Bei diesem Schritt geht es nicht um auffällige Verbrauchermarken wie Nest oder YouTube, sondern um die Sicherung der Kontrolle über einen wichtigen, schnell wachsenden Sektor: Cloud-Sicherheit.
Der Aufstieg von Wiz und warum Google es will
Wiz wurde erst vor sechs Jahren gegründet und hat sich durch die Bereitstellung „agentenloser“ Cloud-Sicherheit einen Namen gemacht – ein System, das ganze Infrastrukturen schützt, ohne dass Softwareinstallationen auf einzelnen Servern erforderlich sind. Diese Innovation ermöglichte es Wiz, den Jahresumsatz schneller als jedes andere Startup in der Geschichte von 1 Million auf 100 Millionen US-Dollar zu steigern.
Der Zeitpunkt ist entscheidend. Cloud Computing boomt, angetrieben durch die KI-Revolution. Doch dieses Wachstum hat Schwachstellen geschaffen: Cyberkriminelle nutzen Schwachstellen in der Cloud-Infrastruktur aus, die heute das Rückgrat der modernen IT bildet. Auch ein neuer Trend, das „Vibe Coding“ (die Verwendung von KI zur Generierung von Apps aus Beschreibungen statt aus Code), beschleunigt die Risiken. Das KI-gesteuerte System von Wiz erkennt diese Schwachstellen in großem Umfang und ist damit ein unschätzbarer Vorteil.
Warum das wichtig ist: Kontrolle über ein kritisches Versorgungsunternehmen
Bei der Übernahme von Wiz durch Google geht es nicht nur um die Verbesserung der Cloud-Sicherheit. Es geht darum, Einfluss auf die Sicherheitsebene aller großen Cloud-Anbieter zu gewinnen – einschließlich Konkurrenten wie Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure. Das Produkt von Wiz ist so konzipiert, dass es auf mehreren Plattformen funktioniert. Kritiker befürchten jedoch, dass Google seine Kontrolle ausnutzen könnte, um den Support für Google Cloud zu priorisieren und Kunden effektiv zu seinen eigenen Diensten zu drängen.
Behördliche Genehmigung und zukünftige Bedenken
Der Deal wurde von den Aufsichtsbehörden geprüft, aber die Europäische Kommission erteilte die bedingungslose Genehmigung. Die Begründung? Google Cloud hat immer noch einen kleineren Marktanteil als AWS und Azure, und es gibt Alternativen zu Wiz. However, Wiz is widely considered the “gold standard” in cloud security.
Die eigentliche Sorge ist die „sanfte Degradation“ – eine Strategie, mit der Google neue Sicherheitsfunktionen für Konkurrenten verzögern könnte, wodurch Google Cloud zur einzigen Plattform mit voller Wiz-Funktionalität wird. Dies würde Google einen erheblichen Vorteil in einem Sektor verschaffen, der zunehmend als wichtiger Versorgungssektor angesehen wird.
Wenn diese Übernahme durchgeführt wird, könnte Google nicht nur eine Branche, sondern eine Kerninfrastruktur des 21. Jahrhunderts dominieren.
Die langfristigen Auswirkungen der Übernahme bleiben abzuwarten, aber Googles Schritt signalisiert ein klares Ziel: die Zukunft der Cloud-Sicherheit zu kontrollieren, auch wenn dies eine Neugestaltung der Wettbewerbslandschaft bedeutet.




























