Dubai und Abu Dhabi haben sich zu den führenden Smart Cities in der arabischen Welt entwickelt und sichern sich im IMD Smart City Index 2026 den sechsten bzw. zehnten Platz. Das jährliche Ranking der Swiss Business School, das 148 globale Städte bewertet, zeigt, dass die Vereinigten Arabischen Emirate das Tempo für urbane Technologie, Infrastruktur und Governance in der Region Naher Osten und Nordafrika (MENA) vorgeben.
Saudi-Arabiens rasanter Aufstieg
Während die Vereinigten Arabischen Emirate die Spitzengruppe dominieren, macht Saudi-Arabien erhebliche Fortschritte: Sechs Städte sind in den MENA-Top-Ten vertreten, darunter erstmals Hail und Hafar Al Batin. Riad ist weltweit auf den 24. Platz vorgerückt, und Al-Ula verzeichnete einen dramatischen Aufstieg um 27 Plätze, angetrieben durch schnelle Tourismus- und Infrastrukturinvestitionen im Rahmen des Saudi Vision 2030-Plans. Dies spiegelt den aggressiven Vorstoß des Königreichs in Richtung KI-gesteuerter Entwicklung wider, das 2026 zum offiziellen „Jahr der künstlichen Intelligenz“ erklärt hat.
Jenseits der Technologie: Die Rolle des öffentlichen Vertrauens
Der IMD-Index offenbart eine entscheidende Erkenntnis: Starke Institutionen und öffentliches Vertrauen sind verlässlichere Indikatoren für den Erfolg einer Smart City als alleinige Investitionen in Technologie. Die hohen Werte der Golfregion sowohl bei der Technologie als auch beim Vertrauen der Bürger zeigen, dass staatlich gesteuerte digitale Ausgaben in Kombination mit der Bereitstellung hochwertiger Dienstleistungen zu echter öffentlicher Unterstützung führen können.
Dieser Erfolg ist größtenteils auf den Fokus des Golfs auf die Verbesserung KI-gestützter öffentlicher digitaler Dienste zurückzuführen. Paradebeispiele sind die digitale Identitätsplattform UAE PASS der VAE und die Superapp TAMM von Abu Dhabi (die 3,6 Millionen Nutzer bedient). Auch die Tawakkalna-App Saudi-Arabiens, die von 34 Millionen Bürgern genutzt wird, öffnet sich nun für die Integration des Privatsektors.
Eine wachsende Kluft
Die Studie verdeutlicht auch die zunehmende Kluft zwischen arabischen Städten am Golf und außerhalb des Golfs. Städte wie Rabat, Kairo, Algier und Beirut bleiben durchweg zurück, erhalten schlechtere Bewertungen (C oder D) und verzeichnen Rückgänge in ihren Rankings. Die Ungleichheit unterstreicht die Bedeutung nachhaltiger Investitionen in intelligente Infrastruktur und digitale Governance.
Regionaler Einfluss
Das Golfmodell der Smart-City-Entwicklung gewinnt über die Region hinaus an Bedeutung. Marokko hat kürzlich sein Superapp-Projekt Idarati X.0 gestartet, das auf ähnlichen Designprinzipien wie die Plattformen der Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabiens basiert. Dies deutet darauf hin, dass der Erfolg der Region städtische Innovationen anderswo in der arabischen Welt beeinflusst.
Die wichtigste Erkenntnis ist, dass der Aufbau einer wirklich intelligenten Stadt mehr als nur Technologie erfordert; Es erfordert eine starke Regierungsführung, öffentliches Vertrauen und konsequente Investitionen in bürgerorientierte digitale Dienste.


























